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HILLERSE / Achtjährige Mädchen und Jungen zeigen ungewöhnlich großes Unterrichts-Engagement

Gegen Tierversuche: Schüler sammeln 125 Unterschriften

Hillerse (hik). Eigentlich stand nur das altersgerechte Thema "Hund" im Lehrplan der Klasse 3 a an der Hillerser Grundschule. Die 25 Schülerinnen und Schüler selbst sorgten jedoch binnen kürzester Zeit mit ihrem wachsenden Interesse dafür, dass der einfache Unterrichtsstoff harter Thematik wich.
Statt bellender Hausgenossen standen nun "Tierversuche" auf dem Unterrichtsplan der Drittklässler.

Eigendynamik entwickelt

Lehrerin Silke Schaffranneck gelang es dabei offenbar, die Grundschüler so behutsam für die brutale Realität zu sensibilisieren, dass das Unterrichtsprojekt eine Eigendynamik entwickelte, mit der die Pädagogin in dieser engagierten Form nicht gerechnet hatte: "Die Kinder kamen in die Schule und hatten bereits Plakate entworfen und Fotos ausgeschnitten", berichtet sie.
Am Dienstag erzählten die Schüler dann selbst von ihrem Projekt: "Wir beklebten und bemalten Poster und telefonierten mit dem Tierschutzbund", berichteten sie. Umgehend listeten sie dann einige von den im Unterricht erarbeiteten Forderungen auf: "Die Leute sollen nur Eier von freilaufenden Hühnern kaufen, weil schon die Küken in ganz engen Käfigen sitzen müssen", meinte da beispielsweise Marco. Seine Mitschüler ereiferten sich zudem, dass niemand mehr Pelze kaufen soll und auch keine Kosmetikartikel, die an Tieren getestet wurden. Eifrig berichteten die Schüler weiterhin, dass es eine Liste von Firmen gebe, die Kosmetik ohne Tierversuche herstellen.

Weitere Unterschriften

Die Aktionen der Achtjährigen mündeten schließlich in einer Unterschriftensammlung, die sie an den Tierschutzbund in Bonn schicken wollen. 125 Eltern, Lehrer, Bekannte und Verwandte haben darauf bereits unterzeichnet, dass sie für eine Abschaffung aller Tierversuche sind. Und die Kinder: "Wir wollen jetzt noch mehr Unterschriften sammeln", teilten sie mit.

Quelle: Aller Zeitung vom 30.05.2003

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