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Vergiftung bei Kindern - die bunte Gefahr
GP. Eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren verunglücken jährlich im Haus und Garten. Mehr als 160.000 verletzen
sich dabei so schwer, daß sie von eimem Arzt behandelt werden müssen. Häufigste Unfallursache bei kleinen Kindern sind
Vergiftungen. Ein unbemerkter Schluck aus der bunten Pulle mit dem Haushaltsreiniger, ein paar unbekannte Beeren aus
dem Garten in den Mund gesteckt - schon ist es passiert. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK Bundesverband)
empfiehlt Eltern , einige einfache Vorkehrungen zu treffen, damit ihren Kindern eine - womöglich lebensgefährliche -
Vergiftung erspart bleibt.
Wer kleine Kinder hat, sollte im Haushalt auf chemische Reiniger verzichten, denn die bunten Flaschen und Flüssigkeiten
die Neugier der Kleinen. Essigreiniger, Schmierseife und für verstopfte Abflüsse eine Saugglocke sind ein guter Ersatz für
aggresive Reinigungsmittel. Unverzichtbare Chemikalien sollten ebenso wie Medikamente für Kinder unerreichbar aufgehoben
werden.
Giftige Pflanzen gehören nicht in Gärten, in denen Kinder öfter spielen. Zu diesen Pflanzen zählen unter anderen Aronstab,
Bilsenkraut, Eibe, Fingerhut, Goldregen, Ilex (Stechpalme), Maiglöckchen, Oleander und Tollkirsche. Auch rohe grüne Bohne,
grüne Tomaten und grüne Kartoffeln sind giftig. Eltern sollten ihren Kindern ausdrücklich verbieten, unbekannte Beeren
und Pflanzen in den Mund zu nehmen und ihnen die möglichen Folgen klar machen.
Im Fall der Fälle ist es wichtig, die Anzeichen einer Vergiftung rechtzeitig zu erkennen.
Anzeichen sind:
- Übelkeit
- Durchfall
- Magenkrämpfe
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Atemstörungen
- Bewußtlosikeit
Ist klar, daß ein Kind eine giftige Substanz verschluckt hat, muß nicht nur der Mund, sondern auch der Magen durch
Erbrechen ausgeleert werden, falls es sich nicht von selbst übergibt. Dies gilt jedoch nur, wenn das Kind bei
Bewußtsein ist, ansonsten besteht Erstickungsgefahr. Dazu sollte eine große Menge lauwarmes Wasser getrunken werden,
keinesfalls Milch oder Salzwasser.
Danach das Kind mit dem Kopf nach unten quer über die eigenen Knie legen und zum Erbrechen bringen. Die Prozedur so lange
wiederholen bis das Erbrochene klar ist.
Auf jeden Fall sollte unter der bundeseinheitlichen Notrufnummer 112 ein Notarzt angefordert werden. Dabei ist es wichtig,
das Alter des Patienten anzugeben, welche Substanz verschluckt wurde, wieviel davon, wie lange dies her ist und welche
Maßnahmen bereits getroffen wurden. Die Notrufnummer sollte immer griffbereit bei Telefon aufbewahrt werden - ebenso
wie die Nummern der Giftnotrufzentrale (steht im Telefonbuch unter Giftnotruf) sowie des Hausarztes.
Quelle: Zwischen Aller und Oker