Startseite Kirchengemeine Hillerse In Hillerse werden neue Töne angeschlagen

zurück weiter nach oben Inhaltsverzeichnis und Impressum
Kirchengemeinde Hillerse Homepage In Hillerse werden neue Töne angeschlagen

Orgel der St.-Viti-Kirche wird auf Vordermann gebracht - Die Hälfte der Kosten kommt aus Gemeinde-Spenden

Von Enno Brendgens
HILLERSE. Wenn ich hier klopfe, verändert sich der Ton ganz leicht, sagt Amadeus Junker. Mit einem kleinen Messing-Hämmerchen bearbeitet er die Orgelpfeife, die er in seiner Hand hält. Sanft hämmert er auf die Stelle gleich unter dem Spalt ein. Amadeus Junker aus Meinersen ist Orgelbauer.
Ein recht seltener Beruf. Da ist es klar, dass seine Einsatzorte weit verstreut liegen. In der Nähe von Kassel war er letztens, im Harz und in Österreich.
Doch diesmal ist es für ihn fast ein Heimspiel: Junker überholt die Orgel der St.-Viti-Kirche in Hillerse. Ist ja praktisch um die Ecke, sagt er. Die Orgel wurde Anfang der 60er-Jahre gebaut. Da hat man noch auf Kunststoff und Aluminium gesetzt, weil man dachte, das sei das Beste, sagt er.
Doch Kunststoff wird über die Jahrzehnte trocken und spröde. Manchmal verkleben auch die Einzelteile. Inzwischen hat man wieder zum Holz gefunden, sagt Junker. In wochenlanger Arbeit hat der Orgelbauer das Musikinstrument auseinander genommen - kaum ein Teil blieb an seinem Platz. Pfeife für Pfeife stimmt er nun: Hüüüüüüt! - ein greller Laut durchschneidet den Innenraum von St. Viti als Junker in eine besonders kurze Pfeife bläst. Eigentlich sollte eine Orgel alle 10 bis 15 Jahre gestimmt und gereinigt werden, so Junker.
Doch eine so aufwändige Überholung kostet: Knapp 8000 Euro muss die Kirche aufbringen. Die Hälfte kam vom Kirchenkreis, die andere Hälfte aus den Spenden der Gemeindeglieder. Die können sich nun auf ganz neue Töne freuen, denn auch wie eine Orgel zu klingen hat, ist dem Wandel der Zeit unterworfen; allzu grelle Töne waren zwischenzeitlich verpönt, weiß der Fachmann.
Voraussichtlich am 5. März wird die überholte Orgel im Gottesdienst zu hören sein. Die vergangenen Wochen musste die Gemeinde mit Kirchenliedern vom Klavier vorlieb nehmen.

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 18.02.2006

zurück weiter nach oben nach oben Inhaltsverzeichnis und Impressum