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Drei Millionen zu vererben

Die Spielbühne Hillerse zeigte Liebe zum Detail und viel Theaterleidenschaft

HILLERSE (ola) Schade. Nicht der Schwank ist schade, sondern, dass die Premiere von "Aller guten Dinge sind drei" im ausverkauften Saal des Hillerser Hofs zugleich die letzte Vorstellung des Stückes sein soll. Sicher ist: So viel Mühe und Theaterleidenschaft hätten einige Wiederholungen verdient.

Auf der inhaltlichen Ebene war die Ausgangslage schwierig. Was ist zu tun, wenn die schwerreiche Tante Eusebia McDreiklang aus Amerika ihren Besuch ankündigt, um für ihre drei Millionen Dollar den passenden Erben in ihrer Verwandtschaft in Deutschland auszusuchen? Der Haken: Die Familie muss drei Kinder vorweisen. Im Mittelpunkt der Story steht die Familie eines Fabrikbesitzers, leider nur mit zwei Kindern. Und was für welchen: der aufsässigen Hippie-Tochter Mercedes (gespielt von Doris Sonntag) und dem Stammhalter und Möchtegern-Philosophen Konrad (Matthias Wahlen). Kurzerhand überlegt sich die gnädige Frau (mit erstklassiger Mimik überzeugte in dieser Rolle Miriam Müggenburg), das neue Dienstmädchen Helene (Heidi Puls) als dritte Tochter auszugeben. Leider aber ist das Mädchen nicht nur frisch vom Lande, sondern auch im Umgang eher deftig.

Doch die Tante kommt, das Täuschungsmanöver funktioniert, die Millionen werden eingeheimst. Überraschend stellt sich am Ende sogar heraus, dass Helene tatsächlich die richtige Tochter ist - genauer: das Ergebnis eines Kur-Seitensprungs des Vaters (Hans-Bert Wahlen).

Temporeich ist diese Familienkomödie, und in Hillerse wurde sie mit viel Liebe zum Detail serviert. Alle Requisiten waren original, die Kostüme, der Toast - und sogar der Kaffee kam dampfend aus der Kanne. Desto erstaunlicher ist, was Regina Michels erläuterte. Die kleine Laienspielgruppe hat den Schwank erst in den Sommerferien ausgearbeitet.

Bereits 1984 wurde die Spielbühne Hillerse gegründet, und seitdem gibt es auch einmal im Jahr ein Theaterstück zu sehen. Allerdings: "In diesem Jahr wird es erstmals kein Weihnachtsstück geben", teile Michels mit. Als Ersatz sei für Februar oder März ein Märchen für Kinder geplant.

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 25.09.2001

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