![]() Spielbühne Hillerse |
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"Erst gab es nur einen roten Faden, den haben wir dann während der Proben beim Spielen zur Endform rund geschliffen", verriet Regina Michels, als Klatschbase und Giftspritze Else dabei. Und in dieser Rolle durfte die eine Hälfte des Duos "Mariechen und Adele" alle Register ziehen: bissig, scheinheilig, aufwieglerisch, neugierig, schnapsselig und kleinlaut.
Augenzwinkernd nahmen sich die Hillerser selbst auf die Schippe. In der liebevoll in Eigenarbeit gestalteten Kulisse der Wirtschaft "Zum goldenen Bock" drehte sich eigentlich alles um Kaninchen des Vereins "Zarathustra" - sogar aus dem Zapfhahn floss "Hasenbräu". Die Nachricht einer möglichen Straßenbahn spaltete das auch in Wirklichkeit wehrhafte Dorf - die einen wollten verdienen, die anderen den ländlichen Charakter schützen. Gut, dass noch alte Protestschilder wie "Windkraft, nein danke" im Keller lagerten. Am Ende wurde selbstredend alles gut, die Straßenbahn war ein Windei.
Die Spielbühne verließ sich zum Glück auf eine griffige Typenauswahl. Jeder Darsteller entwarf
eine wirklichkeitsnahe Figur. Heidi Puls gab die resolute Wirtin, die zum alten Schlager selbstvergessen mit
dem Mop tanzt, Doris Sonntag die kochwütige, aber völlig unfähige Blondine und Anke Langeschulte
die schlanke Zicke Adele. Witzig Bettina Eggers und HansBert Wahlen als biedere Kanincheneltern, kompromisslos
Garsten Albertsen als Naturschützer Karl. Mirjam Müggenburg verkörperte glaubhaft den naiven
Maulhelden Otto. Und als dann auch noch die Hillerser Ratsherren auf die Schippe genommen wurden und
mittels Ahnlichkeitstest als Namenspaten für einen Kaninchenwurf herhalten mussten, waren selbstredend
besonders laute Lacher garantiert.
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Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 22.11.2004