Spielbühne Logo

Spielbühne Hillerse

Hillerse Homepage

 

Riesenfreude über Rammler Rudi (c) Stefan Lohmann [Braunschweiger Zeitung]

Turbulenter Dorfverkehr mit markanten Typen

20 Jahre Spielbühne Hillerse: Illustre Geschichten aus dem goldenen Bock

HILLERSE. Eine Straßenbahn in Hillerse? Welche Turbulenzen diese Möglichkeit mit sich brächte, malte die Spielbühne aus und bescherte sich und dem Publikum anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens ein schönes Geschenk. In nur sechs Wochen erarbeiteten sich die acht Akteure den flotten Vierakter "Dorfverkehr".

"Erst gab es nur einen roten Faden, den haben wir dann während der Proben beim Spielen zur Endform rund geschliffen", verriet Regina Michels, als Klatschbase und Giftspritze Else dabei. Und in dieser Rolle durfte die eine Hälfte des Duos "Mariechen und Adele" alle Register ziehen: bissig, scheinheilig, aufwieglerisch, neugierig, schnapsselig und kleinlaut.

Augenzwinkernd nahmen sich die Hillerser selbst auf die Schippe. In der liebevoll in Eigenarbeit gestalteten Kulisse der Wirtschaft "Zum goldenen Bock" drehte sich eigentlich alles um Kaninchen des Vereins "Zarathustra" - sogar aus dem Zapfhahn floss "Hasenbräu". Die Nachricht einer möglichen Straßenbahn spaltete das auch in Wirklichkeit wehrhafte Dorf - die einen wollten verdienen, die anderen den ländlichen Charakter schützen. Gut, dass noch alte Protestschilder wie "Windkraft, nein danke" im Keller lagerten. Am Ende wurde selbstredend alles gut, die Straßenbahn war ein Windei.

Die Spielbühne verließ sich zum Glück auf eine griffige Typenauswahl. Jeder Darsteller entwarf eine wirklichkeitsnahe Figur. Heidi Puls gab die resolute Wirtin, die zum alten Schlager selbstvergessen mit dem Mop tanzt, Doris Sonntag die kochwütige, aber völlig unfähige Blondine und Anke Langeschulte die schlanke Zicke Adele. Witzig Bettina Eggers und HansBert Wahlen als biedere Kanincheneltern, kompromisslos Garsten Albertsen als Naturschützer Karl. Mirjam Müggenburg verkörperte glaubhaft den naiven Maulhelden Otto. Und als dann auch noch die Hillerser Ratsherren auf die Schippe genommen wurden und mittels Ahnlichkeitstest als Namenspaten für einen Kaninchenwurf herhalten mussten, waren selbstredend besonders laute Lacher garantiert.
al

Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 22.11.2004

zurück zur Spielbühne-Startseite