Startseite Vereine Swarenswik Der Verein

zurück weiter
Swarenswik 


Tarn Gothrik herrscht als Fürst der Wikinger

Mitglieder des Vereins Swarenswik schmieden, schnitzen, kämpfen und heiraten nach alter Sitte

Fernsehteam von RTL Hillerse (hik). Der Webstuhl steht im Wohnzimmer. "Meine Frau stellt selbst Stoffe für unsere Kleidung her." Bänke, Pfeile, Schwerter dienen nicht der Dekoration, sondern dem Gebrauch. "Das habe ich alles selbst hergestellt." Ein großformatiges Ölgemälde zeigt den germanischen Gott Odin auf seinem achtbeinigen Pferd. "Ein selbst gemaltes Geschenk für meine Frau." Wer das Haus in Hillerse betritt, weiß sofort: Dort lebt nicht Maximilian Schütte, dort herrscht "Tarn Gothrik", der Fürst der Wikinger.

Grau und lang ist sein Bart. Ebenso die Haare, die der 62jährige zusammengebunden trägt. Auch der Schopf seiner 51-jährigen Frau Marianne - "mein Name bei den Wikingern ist Edda" - ist lang, blond und fällt offen auf die Schultern.

Wer die Hände von Maximilian Schütte betrachtet, sieht sofort: Damit hält er keinen Kugelschreiber, damit wird kräftig gearbeitet. Genau das bestätigt Schütte: "Wie früher bei den Wikingern üblich, wird bei uns nach ihrem Vorbild geschmiedet, geschnitzt, gebaut, gebraut."

"Der Geschichtsunterricht in den Schulen streift höchstens das Mittelalter", meint der Clan-Chef. "Alles, was vorher war, wird kaum angesprochen." Genau dort möchten die Mitglieder des bundesweiten Swarenswik-Wikinger-Vereins ansetzen, um Kindern, Jugendlichen und interessierten Erwachsenen von der "nordgermanischen Vergangenheit" zu berichten. Und das nicht nur in Worten, sondern anhand selbst gebauter Werkzeuge, Wagen, Betten, Zelte, Häuser, sogar ganzer Dörfer.

Zur 800 Jahrfeier hatten sie ihr Wikinger-Lager in Gifhorn errichtet. Ebenso campierten sie bei Celle, in Köln und in Ratzeburg. Im Lager spielen die Swarenswik-Mitglieder das Leben der Wikinger nach. Ihre Frauen und Kinder sind dabei. Sie kochen am offenen Feuer, sie schmieden, schnitzen, kämpfen und - heiraten. So feierten sie laut Schütte in einem Lager bei Köln eine Wikingerhochzeit, die sogar von RTL übertragen wurde. - Die Trauung wurde erst "nach alten Riten zelebriert, anschließend wurde das Paar dann noch einmal von einem christlichen Pfarrer vermählt", berichtet er.

Quelle: Aller-Zeitung 30.12.2004
zurück weiter nach oben